Klein, heiß und USB-C – mein Test des FNIRSI HS-01

Ein Corgi mit Headset sitzt an einem Schreibtisch vor mehreren Monitoren, auf denen Programmcode zu sehen ist, während an der Wand ein Schild mit der Aufschrift „Work in Progress“ hängt.

Es gibt Momente im Bastlerleben, die man nicht kommen sieht. Der Tag, an dem die 3D-Druckerdüse zum ersten Mal verstopft. Der Moment, an dem der Hund entscheidet, dass das Ethernet-Kabel jetzt ein Kauspielzeug ist. Und eben der Tag, an dem man merkt, dass die klobige Lötstation, die seit Jahren treu auf dem Werkbanktisch steht, immer öfter einfach… stehen bleibt. Kalt. Ungenutzt. Während man stattdessen zu einem Stift greift, der aussieht, als hätte er sich aus einem Edding und einem Handy-Ladekabel zusammengebaut: der FNIRSI HS01.

Klein, aber mit Haltung

Auf den ersten Blick ist die HS01 fast schon unverschämt unspektakulär. Ein schlankes Aluminiumgehäuse, ein winziges OLED-Display, zwei Knöpfe – fertig. Kein Trafo-Klotz, kein Kabelsalat, kein Gerät, das aussieht, als würde es gleich ein Raumschiff starten. Stattdessen: USB-C rein, und los geht’s. Genau diese Reduktion ist es, die mich gekriegt hat.

Aufheizen, bevor der Kaffee kalt wird

Das Löten selbst ist erstaunlich unspektakulär – und das ist ein Kompliment. Innerhalb weniger Sekunden ist die Spitze auf Temperatur, das kleine Display zeigt an, was Sache ist, und man kann loslegen, ohne erst eine gefühlte Kaffeepause einzulegen, während sich das Gerät gemütlich warmläuft. Für schnelle Reparaturen oder das eine Bauteil, das partout nicht sitzen wollte, ist das genau die Unkompliziertheit, die man sich wünscht, wenn man eigentlich nur „kurz“ etwas löten wollte und nicht „kurz plus zehn Minuten Vorlauf“.

Warum die Weller jetzt öfter Staub ansetzt

Ich will meiner alten Weller-Lötstation nichts Böses – sie hat mir gute Dienste geleistet, ist präzise, zuverlässig, ein echtes Arbeitstier. Aber ganz ehrlich: Für die meisten Dinge, die bei mir auf dem Basteltisch landen, ist sie inzwischen einfach too much. Warum ein ganzes Stationsgehäuse aus dem Schrank wuchten, wenn die HS01 in der Schublade liegt, sich in Sekunden einschalten lässt und für 90 Prozent meiner Löteinsätze völlig ausreicht? Die Weller bleibt die Spezialistin für die dicken Brocken. Die HS01 hat sich aber leise und ohne großes Tamtam zur neuen Standardlösung für den Alltag hochgearbeitet.

Der Alltagstest

Ob kleine Reparatur oder mal eben eine kalte Lötstelle nachziehen – die HS01 begleitet mich mittlerweile öfter als ich erwartet hätte. Sie liegt griffbereit neben dem Schreibtisch, ist in Sekunden einsatzbereit und macht das, was ein gutes Werkzeug tun sollte: nicht auffallen, sondern einfach funktionieren. Kein episches Setup – Stecker rein, Knopf drücken, löten. Fertig.

Fazit: Kleiner Stift, große Wirkung

Die FNIRSI HS01 hat es geschafft: Sie hat sich in meinen Bastelalltag geschlichen. Kein High-End-Wunderwerkzeug, sondern ein ehrlich guter, unkomplizierter Begleiter für alles, was nicht gerade eine industrielle Lötorgie erfordert. Die Weller darf sich also erstmal weiter ausruhen.

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Von Tobi

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